Berufskatalog 2023 des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 219 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de 92% 8% Werkzeugmechaniker/in ‹  entwickeln, einrichten, bedienen, prüfen, montieren, instand halten › Manchmal kleiner als eine Fingerkuppe, z. T. dünner als ein Haar – so genau arbeiten die Werkzeugmechanikerin und der Werkzeugmechaniker. Sie stellen feinste chirurgische Instrumente her, so zum Beispiel Skalpelle, Pinzetten, Scheren oder Venenklemmen zum Abklemmen der Blutgefäße; aber auch millimetergenaue Formen für Kameragehäuse oder Teile für Stanzwerkzeuge, mit denen später aus Blechen Formteile ausgeschnitten werden können. Werkzeugmechaniker arbeiten in der Maschinenindustrie. Mit modernen computergesteuerten Werkzeugmaschinen (Dreh-, Fräs-, Hobel-, Bohrmaschinen) stellen sie aus RohteilenMaschinenelemente her, doch im Unterschied zu den Zerspanungsmechanikern fertigen sie vor allem Einzelanfertigungen: Spezialmaschinen, Neuentwicklungen und Ähnliches. Routinearbeiten erledigen computergesteuerte Maschinen für sie. Die Digitalisierung der Arbeitsprozesse ist auch hier im Vormarsch. Mithilfe technischer Zeichnungen geben die Werkzeugmechanikerinnen vor, wie die verschiedenen Metallteile gefertigt werden sollen. Danach feilen oder polieren sie die einzelnen Metallteile noch, montieren (»löschen«) fertige Werkzeuge und testen sie auf ihre Funktionsfähigkeit. Außerdem warten und reparieren sie die Maschinen und Geräte und erklären den Kunden ihre Bedienung. Werkzeugmechaniker und Werkzeugmechanikerin ist ein anspruchsvoller Beruf, der die Auszubildenden auf der ganzen Linie fordert. Sie können sich zur Spezialisierung unter vier Einsatzgebieten entscheiden: Formentechnik, Instrumententechnik, Stanz- und Vorrichtungstechnik. Zutritt Gut abgeschlossene Hauptschule mit guten Leistungen in Mathematik und Physik oder Realschule. Ausbildungsdauer 3,5 Jahre (Industrie): duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Es werden Einzelanfertigungen von Maschinenteilen gemacht – also sind die Aufgaben immer wieder anders. Schattenseite Man muss sehr genau sein. Vorurteil »Maschinen bedienen ist langweilig – die arbeiten ja von alleine.« Realität Computergesteuerte Produktionsmaschinen sind nicht Maschinen, die auf Knopfdruck arbeiten. Der Werkzeugmechaniker muss über fundiertes Fachwissen in der Metallbearbeitung und eingehende Maschinenkenntnisse verfügen, um sie bedienen und programmieren zu können. Was, wozu? Damit das Metallwerkstück später mit anderen zusammenmontiert werden kann, hält sich der Werkzeugmechaniker bei der Fertigung genau an die vorgegebenen Maße und Angaben der technischen Zeichnung. Damit die Werkzeugmaschine den Metallrohling (»Halbzeug«) in der richtigen Reihenfolge bearbeitet, bringt die Werkzeugmechanikerin alle Einzelschritte im Programm in eine logische Abfolge. Damit Fehler im Programm oder im Maschinenlauf sofort entdeckt werden, überwacht der Werkzeugmechaniker ständig den Arbeitsablauf. Damit Werkzeugmaschinen die Werkstücke rentabel herstellen, optimiert die Werkzeugmechanikerin die vorhandenen Programme, d. h., sie versucht das Werkstück mit möglichst wenigen Programmierschritten zu erstellen. Damit die Löffelstanzform sämtliche gewünschten Einbuchtungen und Gravuren aufweist, bearbeitet sie der Werkzeugmechaniker mit Diamantschleifern von Hand nach. Entwicklungsmöglichkeiten Bachelor of Engineering, eigenes Unternehmen Geschäftsführung Industriemeister/in – FR Mechatronik, Techniker/in, Konstrukteur/in Werkzeugmechaniker/in Ausdauer Freude an der Metallbearbeitung Genauigkeit Interesse an Mathematik und Geometrie Logisches Denkvermögen Rasche Auffassungsgabe Räumliches Vorstellungsvermögen Selbständigkeit Technisches Verständnis Zuverlässigkeit

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