Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 218 25% 75% Werkstoffprüfer/in ‹ schleifen, polieren, ätzen, messen, berechnen, protokollieren › Mit Schublehre, Mikroskop, Röntgenstrahlen und Ultraschall rücken die Werkstoffprüferin und der Werkstoffprüfer Metall oder Kunststoff zu Leibe: Sie prüfen ihre Hitzebeständigkeit und Belastbarkeit, den Härtegrad oder die Leitfähigkeit. So finden sie die spezifischen Eigenschaften ihres Prüfstoffes heraus und bestimmen damit, wozu der Stoff verwendbar ist. Meist arbeiten sie im Bereich Forschung und Entwicklung. Von den Versuchen und Messungen der Werkstoffprüfer kann unter Umständen sogar unser Leben abhängen: Sie überprüfen beispielsweise, ob sich in den Legierungen, aus denen die Flugzeugflügel hergestellt werden, Luftblasen, Risse oder Fremdeinschlüsse befinden, wodurch ihre Funktionstüchtigkeit eingeschränkt wäre. Die Untersuchungen finden zum Teil direkt in der Fabrik oder Gießerei statt. Da die Werkstoffprüferinnen alle ihre Proben selbst vorbereitenmüssen, brauchen sie Kraft und die Grundfertigkeiten der Metallbearbeitung. Nach der Untersuchung dokumentieren sie alles in klarer und meist auch grafischer Darstellung. In der Ausbildung werden vier Schwerpunkte angeboten: Metalltechnik, Wärmebehandlungstechnik, Systemtechnik und Kunststofftechnik. Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; in der Berufsberatung und in Betrieben nachfragen. Ausbildungsdauer 3,5 Jahre (Industrie): duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Der Beruf stellt hohe Anforderungen, dennWerkstoffprüfer werden meist in Forschungs- und Entwicklungsabteilungen eingesetzt: Dort sind ihre Aufgaben anspruchsvoll und erfordern die Bereitschaft zu ständigem Weiterlernen. Schattenseite Bei der Arbeit in den Gießereien oder Stahlwerken herrscht ein rauer Ton, es ist laut und schmutzig. Vorurteil »Im Labor ist es schön ruhig.« Realität Obwohl es ein Laborberuf ist, unterscheidet er sich doch darin von den anderen, dass man viel Kraft braucht und auch außerhalb des Labors, im Lärm und Schmutz der Gießereien, arbeiten muss. Was, wozu? Damit eine Brücke keine Bauteile mit gefährlichen Materialfehlern aufweist, kontrolliert der Werkstoffprüfer die Stahlträger auf Luft- oder sonstige Fremdeinschlüsse. Damit die Turbinenschaufeln der Düsenaggregate hohe Temperaturen aushalten, überprüft dieWerkstoffprüferin die Hitzefestigkeit des Stahls. Damit der Werkstoffprüfer möglichst repräsentativ die gesamte Menge des zu untersuchenden Materials abdeckt, muss er in der Auswahl seiner Proben höchst umsichtig vorgehen. Damit die Veränderungen der elektrischen Leitfähigkeit eines neuen Kunststoffes bei verschiedenen Temperaturen genau angegeben werden können, überprüft es die Werkstoffprüferin mit geeigneten Testreihen. Damit die Dehnungs- und Zugfestigkeit eines Drahtes unter Belastung erfasst wird, spannt ihn der Werkstoffprüfer in einer Versuchsanordnung ein, hängt etwas an und misst die Änderungen mit der Schublehre. Entwicklungsmöglichkeiten Bachelor of Engineering Techniker/in Industriemeister/in Werkstoffprüfer/in Freude an Physik und Mathematik Freude an praktischem Arbeiten Gewissenhaftigkeit Gute Konstitution Interesse für Metall Kraft Lärmunempfindlichkeit Leistungsbereitschaft, Strebsamkeit Lernbereitschaft Zuverlässigkeit
RkJQdWJsaXNoZXIy NjUxMjQ0