Berufskatalog 2023 des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 87 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de 77% 23% Fluggerätmechaniker/in ‹  entwickeln, montieren, überprüfen, feilen, fräsen, warten, reparieren › Beim Starten und Landen eines Flugzeugs bricht so manchen Fluggästen der Angstschweiß aus. Vielleicht würde es sie beruhigen, wenn sie die Wartungs-Crew einmal bei ihrer gründlichen und umfassenden Arbeit beobachten dürften: Da werden Systeme zerlegt, Toleranzen gemessen, Teile repariert und in gewissen Zeitabständen ganz ausgetauscht. Die Funktionsprüfungen betreffen mechanische, pneumatische, hydraulische und auch elektrische Systeme. Bei dieser Arbeit ist natürlich höchste Gewissenhaftigkeit notwendig, denn sie kann über Leben und Tod entscheiden. Außer auf einem Flughafen – für zivile Fluggesellschaften, die Militärluftfahrt oder auf einem Privatflugplatz – können Fluggerätmechaniker auch in einer Flugzeugfabrik arbeiten. Sie haben international günstige Arbeitschancen, da die Luftfahrt überall ähnlich organisiert ist. Die Fluggerätmechaniker für Triebwerkstechnik sind sich ihrer großen Verantwortung bewusst: Mit absoluter Exaktheit kontrollieren sie alles bis ins letzte Detail. Die Montage führen sie entsprechend den Baugruppen des Triebwerks – Brennkammer, Zündsysteme, Rotor, Stator, Mantel, Kraftstoffzufuhr u. a. – in verschiedenen Arbeitsgruppen durch. Gewisse Teile können sie auch selbst fertigen. Der Fluggerätmechaniker für Fertigungstechnik arbeitet mit verschiedenen Werkstoffen: Aluminium-, Magnesium-, Titanlegierungen und Kunststoffen. Er muss nicht nur alle spanabhebenden und spanlosen Techniken der Metallbearbeitung beherrschen, sondern auch die verschiedenen Fügetechniken und Möglichkeiten der Oberflächenbehandlung. Die Instandhaltung ist ein weiteres Gebiet in diesem Beruf, der in drei Fachrichtungen gegliedert ist: »Triebwerkstechnik«, »Instandhaltungstechnik« und »Fertigungstechnik«. Zutritt Hauptschulabschluss (mit möglichst guten Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern). Ausbildungsdauer 3,5 Jahre (Industrie): duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Die Arbeit leistet einen unerlässlichen Beitrag zur Flugzeugindustrie und Flugsicherung. Schattenseite Nachlässigkeit kann zum Flugzeugabsturz und Tod vieler Menschen führen. Auch kann die Außenarbeit unter ungünstigen Wetterbedingungen stattfinden. Vorurteil »Fliegen ist etwas Wunderbares!« Realität Das mag schon sein – aber in seiner Arbeitszeit hält sich der Fluggerätmechaniker ausschließlich auf der Erde auf. Allerdings kann eigene Flugerfahrung durchaus nützlich sein. Was, wozu? Damit die Teile des Flugzeugs gut halten, fügt sie die Fluggerätmechanikerin durch Nieten oder Schrauben zusammen. Damit die Oberflächen des Flugzeugs möglichst gut vor den Witterungseinflüssen geschützt sind, behandelt sie der Fluggerätmechaniker mit speziellen Dicht- und Konservierungsmitteln und Farbanstrichen. Damit sich der Flugkapitän darauf verlassen kann, dass in seinem Flugzeug auch alle Systeme funktionieren, prüft die Fluggerätmechanikerin die Systeme auf ihre Funktionstüchtigkeit. Damit die Lagerstellen gut funktionieren, schmiert sie der Fluggerätmechaniker ab. Damit die Fluggerätmechanikerin entscheiden kann, ob das Schaufelrad des Stahltriebwerks weiterhin benutzt werden darf oder ob es ausgetauscht werden soll, untersucht sie es sorgfältig auf Risse. Damit man den Überblick darüber bewahrt, welche Arbeiten bereits erledigt worden sind, trägt sie der Fluggerätmechaniker immer gleich nach der Ausführung in ein Arbeitsblatt ein. Entwicklungsmöglichkeiten Bachelor of Engineering Techniker/in Vorarbeiter/in, Stationsmechaniker/in, Werkmeister/in Fluggerätmechaniker/in Besonderes Interesse für Mechanik Einsatzbereitschaft Gute Beobachtungsgabe Gute Konstitution Handwerkliches Geschick Interesse an Informationstechnologie Teamfähigkeit Technisches Verständnis Umsicht, Sorgfalt Verantwortungsbewusstsein

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