Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 65 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de keine Angaben keine Angaben Erzieher/in ‹ anregen, fördern, betreuen, lehren, gestalten, bewegen, beobachten › Die Kinderkrippe oder der Kindergarten bzw. die Kindertagesstätte ist für viele Kinder die erste größere Gemeinschaft, in der sie sich ohne Eltern aufhalten.  Die Erzieherin und der Erzieher betre- uen dort Kinder von 8 Monaten bis zu 6 Jahren. Sie helfen ihnen, sich in der Gruppe zurechtzufinden, und fördern sie in ihrer Entwicklung. Dazu müssen die Erzieher und Erzieherinnen genau wissen, wie man die Bedürfnisse, Fähig- keiten und Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder in den verschiedenen Alters- klassen erkennt und fördert. Sie wis- sen auch genau, wie Gruppenprozesse ablaufen und wie sie die Kinder z. B. in Konflikten unterstützen können.  Für die Arbeit stehen den Erzieherin- nen viele unterschiedliche Mittel und Materialien zur Verfügung: Bücher zum Vorlesen, Musik, Bastel- undMalmateria- lien, Brettspiele, Bewegungsangebote, Tanz usw. Erzieher berücksichtigen die individuellen Bedürfnisse der Kinder. Sie fördern die Kinder auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel ihre sprachliche Ausdrucksfähigkeit, ihr Bewegungs- vermögen (Motorik) und ihre Fähigkeit, mit anderen Kindern zurechtzukommen (Sozialkompetenz). Die Erzieherinnen spielen eine sehr wichtige Rolle in der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder. Ein guter Kontakt zwischen Erziehern und Eltern ist für die gemeinsame Auf- gabe der Kindererziehung wünschens- wert, deswegen werden Elternabende angeboten und Einzelgespräche geführt. Erzieher können vielerorts arbeiten: im Kinderhort (6–14 Jahre), imKinder- und Jugendheim oder Kinderdorf, in Behin- dertenheimen, Freizeiteinrichtungen, Jugendhäusern oder sozialpädagogi- schen Wohngemeinschaften. Zutritt Je nach Bundesland verschieden. In der Regel mittlerer Bildungsab- schluss; oft einschlägiger Erstberuf wie Kinderpfleger/in oder in der Gesundheits- und Krankenpflege usw. Z. T. (Fach-)Hochschulreife mit Nachweis eines Praktikums von mind. 4Monaten in einer sozialpä- dagogischen Einrichtung, amtsärzt- liches Zeugnis. Ausbildungsdauer 3 Jahre: Fachschule (2 Jahre Theo- rie, 1 Jahr Berufspraktikum) oder 4 Jahre (mit integriertemPraktikum). Sonnenseite Jeder Tag verläuft anders. Das Fördern von Kindern ist eine inte­ ressante und verantwortungsvolle Aufgabe. Schattenseite Kinder können laut oder quengelig sein und einem ein »Loch in den Bauch« fragen. Das braucht Nerven. Vorurteil »Erzieherinnen arbeiten gar nicht richtig: Sie spielen oder sprechen nur mit Kindern.« Realität Das Umgehen mit Kindern und Jugendlichen erfordert viel Wissen und Einfühlungsvermögen. Ob Spie- len, Basteln, Sprechen oderMusizie- ren: Immer steht die Entfaltung der Kinder an erster Stelle. Hinzu kommt die Vorbereitungsarbeit sowie Zeit für die Zusammenarbeit mit Eltern, Behörden usw. Was, wozu? Damit der Beginn einer Entwick- lungsstörung eines Kindes sofort erkannt wird, beobachtet die Erzie- herin die Kinder während der Unter- richtszeit. Damit die Kinder sich auszudrücken lernen, ermuntert sie der Erzieher zum Erzählen von Erlebnissen, Beschreiben von Gegenständen oder zu Sprachspielen. Damit die Kinder sich in der Gruppe zu behaupten, aber auch Rücksicht zu nehmen lernen, regt die Erziehe- rin zu Gruppenspielen an. Damit die Kinder ihren Erfahrungs- undWissensbereich erweitern kön- nen, arbeitet der Erzieher mit ihnen themenbezogen, z. B. zum Thema Umwelt oder Körperfunktionen. Damit das Kind seine eigene Persön- lichkeit entwickeln kann, lässt die Erzieherin ihm möglichst viel Ent- scheidungs- und Entfaltungsfreiheit. Damit ein Kind nicht durch einen zu frühen Eintritt in die Schule über- fordert wird, bespricht der Erzieher den Schulwechsel mit den Eltern und, wenn nötig, mit demSchularzt und der Schulpsychologin. Entwicklungsmöglichkeiten Kindergartenleitung, Erziehungsleitung, Sonderpädagoge/-gogin Logopäde/-pädin, Ergotherapeut/in, Heilpädagoge/-gogin, Sozialpädagogische/r Assistent/in, Sozialhelferassistent/in Erzieher/in Fachrichtung Jugend- und Heimerziehung Erzieher/in Ausdrucksfähigkeit Beobachtungsgabe Fantasie, gestalterische Fähigkeiten Fähigkeit, logisch-kausal zu denken Handwerkliches Geschick Interesse für erzieherische, soziale, psychologische Fragen Kontaktfreudigkeit, Einfühlungsvermögen Kooperationsfähigkeit Selbständigkeit Verantwortungsbewusstsein Bachelor of Arts – Pädagogik der Kindheit

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