Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 64 Ergotherapeut/in ‹ planen, fördern, erarbeiten, aufmuntern, üben, lehren, anpassen › Schonwennwir eine Hand verletzt haben und uns nicht mehr wie gewohnt bewe- gen können, spüren wir, wie schwie- rig es ist, sich auf diese Behinderung einzustellen. Auf einmal ist die ganze Selbstverständlichkeit weg, mit der wir uns bisher durchs Leben bewegt haben!  Ergotherapeut und Ergotherapeutin arbeiten mit Menschen jeden Alters, die durch eine Behinderung oder Krank- heit vorübergehend oder dauernd ein- geschränkt sind. Die Behinderung kann angeboren, Folge einer Krankheit oder eines Unfalles sein. Psychische und phy- sische Störungen sindmeist auf ein trau- matisches Erlebnis zurückzuführen.  Die Therapie muss vomArzt verschrie- ben sein. Je nachdem führt die Ergothe- rapeutin Gruppen- oder Einzeltherapien durch. Das Ziel ist dabei, die Fähigkeiten und Interessen des Patienten, der sich in einer neuen Situation befindet, erneut zu wecken und zu fördern. Sie erarbeitet mit ihm, wie er den Alltag so selbständig wie möglich meistern kann.  Die Ergotherapeuten planen aufgrund der Arztdiagnose und den eigenen Beob- achtungen das Therapie-Programm.  Der eine Patient muss lernen, wie er mit einer Gehbehinderung zurecht- kommt, Haushaltsarbeiten erledigt, ein- kaufen geht, kocht oder Bus fährt. Der andere soll in der Gruppe wieder Kon- takte knüpfen und sich durch handwerk- liche Tätigkeiten neu erfahren können. Zutritt Realschule oder höherer Abschluss; oder Hauptschule und abgeschlos- sene mind. 2-jährige Berufsausbil- dung; teils Auswahl- und Eignungs- verfahren; Praktika vorteilhaft. Ausbildungsdauer 3 Jahre: Berufsfachschule, mit inte­ griertemPraktikum. Die Ausbildung ist europakonform. Eine Ausbildung an einer Fachhochschule (FH) kann angeschlossen werden. 4–4,5 Jahre: Parallelausbildung an Berufsfachschule und Fachhoch- schule. Die Fachhochschulewirdmit dem akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.) abgeschlossen. Sonnenseite Ergotherapeutinnen arbeiten mit den verschiedensten Menschen. Sie haben intensiven Kontakt zur Patientin oder zum Patienten und besprechen sich auch immer wie- der mit dem verantwortlichen Arzt, Pflegerinnen und Angehörigen. Schattenseite Nicht jeder Patient ist einfach zu motivieren, sich auf die neue Situ- ation einzustellen und sich auf die Arbeit mit der Ergotherapeutin ein- zulassen. Vorurteil »Das ist doch einfach eine Bastel- tante.« Realität Ergotherapeuten haben die wich- tige Brücken-Funktion, umdie eine Rückkehr des Patienten nach Hause, aber doch in stark veränderte Lebensumstände zu ermöglichen. Was, wozu? Damit der Ergotherapeut den Patienten kennenlernen und eine seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechende Therapie erarbeiten kann, spricht er mit ihm und führt auch verschiedene Tests durch. Damit sich die Ergotherapeutin während der Therapiestunde voll demPatientenwidmen kann, berei- tet sie vorher alle Hilfsmittel und Materialien vor. Damit der Ergotherapeut die beein- trächtigteWahrnehmungsfähigkeit des Patienten verbessern kann, arbeitet er mit speziellen Thera- pie-mitteln und sogar mit compu- tergesteuerten Programmen. Damit der Patient während der Übungen nicht den Mut verliert, wenn er nur langsam Fortschritte macht, ermuntert ihn die Ergothe- rapeutin immer wieder. Damit der Ergotherapeut sicher sein kann, dass er in seiner Therapie den richtigen Weg beschreitet, zieht er andere Fachleute in Besprechungen dazu und berücksichtigt deren Ein- schätzungen (Teamarbeit). Entwicklungsmöglichkeiten Schulleitung, eigenes Ausbildungsinstitut Leitung der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie, Dozent/in Spezialist/in für Kinder mit Bewegungsstörungen, Rheuma-, Psychiatriepatienten usw.; selbständige Arbeit (sofort nach der Ausbildung möglich) Ergotherapeut/in Ausdauer und Geduld Belastbarkeit Einfühlungsvermögen Freude am therapeutischen Arbeiten mit Menschen Kreativität und Freude an kunsthandwerklicher Tätigkeit Teamfähigkeit Toleranz und eine positive Lebenseinstellung Selbständigkeit Verantwortungsbewusstsein, Verschwiegenheit Zuwendungsfähigkeit keine Angaben keine Angaben

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