Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 52 keine Angaben keine Angaben Dolmetscher/in ‹ lesen, nachschlagen, verstehen, lernen, zuhören, notieren, dolmetschen › Wie können sich bei internationalen Kon- ferenzen Vertreter verschiedener Länder sprachlich verstehen? In der UNO spricht man Englisch, Französisch, Russisch, Spa- nisch, Arabisch, Chinesisch, Deutsch. Da ist eine Verständigung ohne Dolmetscher undenkbar!  Die Dolmetscherin und der Dolmet- scher müssen in ihrer Muttersprache absolut sattelfest sein, dazu zwei bis drei Fremdsprachen beherrschen. Je nach Anlass dolmetschen sie konsekutiv (in »Textblöcken«, nachdem der Redner gesprochen hat) oder simultan (während er spricht). Das Simultandolmetschen erfordert hohe Konzentration, deshalb müssen sich die Dolmetscherinnen alle 20–30 Minuten mit Kollegen abwech- seln, damit sie sich ausruhen können.  Sie sitzen in einer schalldichten Kabine, über Kopfhörer mit dem Mikrofon des Redners verbunden; die Zuhörer wiede- rum sind – ebenfalls über Kopfhörer –mit den Dolmetschern verbunden.  Die Arbeit der Konferenzdolmetsche- rinnen ist sehr anspruchsvoll, sie erfor- dert perfekte Sprachbeherrschung, hohe Fachkompetenz und intensives Training.  Dolmetscher reisen viel und wechseln auch häufig den Arbeitsort. Unregelmä- ßige Arbeitszeiten, auch an Wochen- enden, sind nicht unüblich. Der AIIC (Internationaler Verband der Konferenz- dolmetscher) hat sehr strenge Aufnah- mebedingungen. Zutritt Abitur, Fachhochschulreife oder erfolgreicher Abschluss der 12. Jahrgangsstufe mit Spracheig- nungstest. Als Zweitberuf nach Fremdsprachenkorrespondent/in Direkteinstieg in das 2. Ausbil- dungsjahr. Ausbildungsdauer 6–8 Semester: an Fachhochschu- len, Hochschulen (Diplom-Dol- metscherin) oder Privatinstituten. An Fachakademien werden staatl. geprüfte Dolmetscher/innen aus- gebildet. Bachelorstudiengänge möglich (3 – 4 Jahre). Es besteht keine einheitliche Ausbildung für die gesamte Bundesrepublik. Sonnenseite Die Dolmetscherin setzt sich lau- fend mit neuen Themen auseinan- der. Sie lernt immer wieder neue Menschen und Arbeitsorte ken- nen. Ihre Sprachkenntnisse kann sie optimal einsetzen und sie trägt dazu bei, dass sich Menschen ver- schiedener Kulturen besser verste- hen können. Schattenseite Die Arbeitszeiten sind unregelmä- ßig und zum Teil ziemlich lang. Während einer Veranstaltung gibt es für die Dolmetscherin oft längere Wartezeiten. Vorurteil »Wer sich in einer oder zwei Spra- chen verständigen kann, ist für den Dolmetscherberuf geeignet.« Realität Sprachkenntnisse und Freude an Sprachen allein genügen für den Beruf nicht. Die Dolmetscherin muss außerdem über eine breite Allgemeinbildung und gute Lern- fähigkeit verfügen, um sich rasch in die verschiedenen Themen ein- arbeiten zu können. Was, wozu? Damit die Dolmetscherin über Grundkenntnisse zum Tagungs- thema verfügt, studiert sie vorher einführende Literatur. Damit dem Dolmetscher die vom Thema gegebene Fachsprache geläufig ist, erstellt er ein Fachvo- kabular und lernt es für die Tagung auswendig. Damit die Dolmetscherin die Aus- führungen der Vortragenden möglichst gut übersetzen kann, liest sie die im Voraus erhaltenen Manuskripte mehrmals aufmerk- sam durch. Damit die Zuhörer während der ganzen Veranstaltung eine mög- lichst genaue Übertragung erhal- ten, wechselt sich der Dolmetscher regelmäßig mit einer Kollegin ab, denn Dolmetschen erfordert höchste Konzentration. Damit die Dolmetscherin die Gedankengänge des Redners kor- rekt weitergeben kann, muss sie sich diesen unterordnen, auch wenn ihre persönliche Ansicht davon abweicht. Damit der Dolmetscher nach den Ausführungen eines Redners den Gesprächsinhalt noch vollständig übersetzen kann, notiert er sich Stichworte als Gedächtnisstütze. Entwicklungsmöglichkeiten Unternehmer/in (eigene Dolmetscher-Agentur) Aufbau-Jahr Fachakademie zum Aufbaustudium in der 2. Fremd- sprache oder Dolmetscher/in mit Spezialisierung auf eine bestimmte Thematik (freiberufliche Tätigkeit 90%): z. B. Technik, Jura, Medizin, Wirtschaft, Literatur; in der Sprachforschung bei der Sammlung und Auswertung von fremdsprachigem Wortgut; als Allgemein Beeidigte/r Dolmetscher/in Arbeit bei Gerichten und Notariaten Dolmetscher/in Analytisches Denkvermögen Anpassungsfähigkeit Ausgeglichenheit, gepflegtes Auftreten Ausgesprochene Sprachbegabung Belastbarkeit Breit gefächerte Allgemeinbildung Gute Konstitution Gutes Gedächtnis Konzentrationsfähigkeit Mobilität

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