Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 50 3% 97% Dachdecker/in ‹ verlegen, zuspitzen, einpassen, isolieren, verschweißen, reparieren › Dachdeckerinnen und Dachdecker arbei- ten meist in luftigen Höhen. Sie bewe- gen sich auf den Dächern fast genauso behände wie wir auf dem Boden. Sie schützen Häuser vor Regen, Hagel, Stür- men, Wärmeverlusten oder Lärm, isolie- ren und decken Dächer und Fassaden.  Mehr und mehr bauen sie Solarzellen und Sonnenkollektoren ein, aber auch Dämmstoffe oder Außenwandverklei- dungen. Sie bringen Blitzableiter an, installieren Dachfenster oder errichten Unterkonstruktionen. Ihre Arbeit auf dem Bau beginnt dann, wenn Mau- rer und Zimmerleute fertig sind. Da sie auch Teile reparieren, die sie nicht selbst gebaut haben (Schornsteine, Gesimse, Sonnenkollektoren, Blitzschutzanlagen), müssen sie vielseitig und flexibel sein.  Bevor die Dachdeckerinnen die Arbeit an einem Dach beginnen, besprechen sie sich zunächst mit dem Bauführer. Soll ein Steildach gebaut werden, montie- ren sie auf dem Dachstuhl zuerst einen Lattenrost. Daran befestigen sie danach Ziegel, Schindeln oder Dachplatten. Han- delt es sich um ein Flachdach, verlegen die Dachdecker zunächst eine Wärme- dämmschicht. Darüber kommen dann Bitumen- oder Kunststoffbahnen und zuletzt eine Schicht aus Sand und Kies.  Seit einigen Jahren sind Überschnei- dungen zur Zimmerer- oder Gerüst- bauer-Arbeit zulässig: Das bedeutet, dass Dachdecker auch Dachstühle oder Gerüste bauen dürfen. Sie arbeiten im Team und meist im Freien.  Dachdecker und Dachdeckerinnen sind in Dachdeckereien oder Beda- chungsunternehmen angestellt oder arbeiten in eigener Firma.  Die Ausbildung erfolgt in einem der fünf Schwerpunkte: Außenwandbeklei- dungstechnik, Energietechnik an Dach und Wand, Abdichtungstechnik, Reet- dachtechnik oder Dachdeckungstechnik. Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; in der Berufsberatung und in Betrie- ben nachfragen. Ausbildungsdauer 3 Jahre (Handwerk): duale Ausbil- dung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Der Dachdecker hat eine vielseitige Arbeit: Jeder Auftrag ist anders, und es werden ganz unterschied- liche Materialien eingesetzt (Holz, Kunststoff- und Bitumenbahnen, Kies, Steinwolle, Metall, Glasfaser- produkte usw.). Schattenseite Die Arbeit im Freien kann bei schlechtem Wetter beschwerlich sein. Schönes Wetter hingegen muss genutzt werden, darum hat der Dachdecker an solchen Tagen viel zu tun. Vorurteil »Was für eine gefährliche Arbeit!« Realität Jeder Dachdecker kennt die not- wendigen Sicherheitsmaßnahmen. Hält er sich konsequent daran, ist er weitgehend geschützt. Was, wozu? Damit der Dachdecker die Ziegel befestigen kann, nagelt er para- llel zum First Dachlatten an den Dachstuhl. Damit die übereinanderliegenden Ziegel sowohl horizontal wie auch vertikal eine exakte Linie bilden, berechnet die Dachdeckerin die Ein- teilung im voraus und markiert sie auf den Dachlatten. Danachwerden die Ziegel verlegt. Damit die Dachziegel an Ecken und Kanten genau passen, bringt sie der Dachdecker mit dem Spitzhammer auf die erforderliche Größe. Damit ein Flachdach absolut was- serdicht ist, verlegt die Dachdecke- rin über der Isolierschicht Kunst- stoffbahnen. Die Bahnen schweißt sie dann lückenlos zusammen. Damit die Bewohner eines Hau- ses im Winter nicht durch plötz- lich abrutschenden Schnee ver- letzt werden, baut der Dachdecker Schneefänger in die Dachfläche. Damit ein Gebäude optimal gegen Wärmeverlust isoliert ist, verlegt die Dachdeckerin über dem rohen Mauerwerk Platten aus Steinwolle, Glasfasern oder Kunststoff. Entwicklungsmöglichkeiten Unternehmer/in Dachdeckermeister/in Dachdeckerpolier/in Dachdecker/in Freude am Arbeiten im Freien Gewissenhaftigkeit Gutes Augenmaß Gute Konstitution Handwerkliches Geschick Interesse für Technisches Zeichnen, Geometrie und Rechnen Räumliches Vorstellungsvermögen Schwindelfreiheit Teamfähigkeit Zügige Arbeitsweise

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