Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 40 51% 49% Bauzeichner/in ‹ vermessen, zeichnen, planen, kontrollieren, abstecken, berechnen › Die Bauzeichnerin und der Bauzeichner können sich auf einen von drei Schwer- punkten spezialisieren: Architektur, Inge- nieurbau oder Tief-, Straßen- und Land- schaftsbau.  ZumTiefbau gehören etwa Flugplätze, Wasserversorgungsanlagen, Straßen, Brücken oder Außenanlagen. Jedes Pro- jekt muss dem jeweiligen Gelände ange- passt werden, darum werden zuerst Geländevermessungen gemacht.  Aufgrund der Vorgaben des Bauin- genieurs erstellen die Bauzeichnerinnen die Entwurfspläne; später zeichnen sie die Baupläne und Detailplanungmithilfe von CAD am Computer.  Am traditionellen Reißbrett wird nur noch selten gearbeitet, obgleich der Umgang mit Reißschiene, Zeichenwin- kel und Tuschefüller in der Ausbildung noch vermittelt wird – zum besseren Verständnis und Gefühl für Raumauf- teilung. Selbstverständlich beherrschen sie die modernen Kommunikationstech- niken. Bauzeichner arbeiten aber nicht nur schweigend mit Messgeräten und am Computer: Sie kommen auch mit Kunden in Kontakt und beantworten unter anderem viele Anfragen per Tele- fon. Ihre sozialen Fähigkeiten, speziell ihre Kundenorientierung, sollte deshalb gut ausgeprägt sein.  Zum Schwerpunkt Architektur gehört das Bauen von Häusern aller Art: Wohn- blöcke, Bürohäuser, Schulen, Kinos, Villen, Waren- und Lagerhäuser. Bau- zeichnerinnen sind sich ihrer großen Verantwortung bewusst. Deshalb stre- ben sie immer eine hohe Qualität an und bemühen sich auch um Umwelt- schutzsicherung.  Wenn neue Baustoffe eingesetzt wer- den, machen sie sich sorgfältig mit allen neuen Regelungen und Vorschriften dazu vertraut, so dass die Materialien funktionsgerecht und gefahrlos einge- setzt werden. Schließlich muss ein Bau- werk Jahrzehnte überdauern. Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; in der Berufsberatung und in Betrie- ben nachfragen. Ausbildungsdauer 3 Jahre (Industrie + Handwerk): duale Ausbildung Betrieb/Berufs- schule, davon 9 Monate praktisch auf dem Bau. Sonnenseite Die Bauzeichnerin genießt relativ große Freiheit. Der Architekt fragt sie auch um ihreMeinung; sie muss nicht nur stur zeichnen. Schattenseite Der Kreativität der Bauzeichnerin sind jedoch Grenzen gesetzt: Bau­ herr und Architekt sind ihr vorge- setzt, undwenndas Bürobestimmte Fristen einhaltenmuss, geht dies für siemeist nicht ohneÜberstundenab. Vorurteil »Der Bauzeichner kann Häuser ent- werfen. Er kann dabei seiner Krea- tivität freien Lauf lassen.« Realität Die Bauzeichnerin arbeitet in einem Team. Meist sind ihr ein Architekt und ein Planungsbüroleiter vorge- setzt. Ihre Meinung ist durchaus nicht immer gefragt, doch manch- mal wird sie in die Planungsarbeit miteinbezogen. Was, wozu? Damit sich der Bauherr die geplante Überbauung oder Wohnsiedlung vorstellen kann, fertigt der Bau- zeichner zu den Plänen Handskiz- zen und einfache Architekturmo- delle an. Damit Straßen an Hängen nicht abrutschen, wenn der tägliche, ton- nenschwere Verkehr darüberrollt, zeichnet der Bauzeichner die Detail- pläne der Stützmauern gemäß den Berechnungen des Ingenieurs oder der Ingenieurin. Damit die Bauhandwerker wissen, wo genau ein Hallenbad entstehen soll, markiert die Bauzeichnerin im Gelände die Eckpunkte der künfti- gen Halle, indem sie die Stellen mit Pfählen absteckt. Damit eine geplante Entsorgungs- anlage, beispielsweise für den täg- lich anfallenden Abfall der Bevöl- kerung, realisiert werden kann, zeichnet der Bauzeichner alle Detailpläne. Damit ein Bauplan nach den ers- ten Entwürfen exakt und im Detail zustande kommt, zeichnet ihn die Bauzeichnerin mit speziellen CAD-Programmen am Computer. Entwicklungsmöglichkeiten Bachelor of Arts – Architektur Bautechniker/in Bauzeichner/in Durchsetzungsvermögen Flexibilität Freihandzeichnen Freude an Algebra und Geometrie, räumliche Vorstellung Geschick für Computerarbeit Kreativität Sorgfalt Technisches Verständnis, Technisches Zeichnen Verantwortungsbewusstsein Verhandlungsgeschick

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