Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

21 Informationen und Alternativen Stichwortverzeichnis von A–Z › Bachelor of Arts (B.A.) › Bachelor of Science (B.Sc.) › Bachelor of Engineering (B.Eng.) › Bachelor of Laws (LL.B.) › Bachelor of Education (B.Ed.) An Kunst- und Musikhochschulen kommen folgende Abschlussbezeichnungen hinzu: › Bachelor of Fine Arts (B.F.A.) › Bachelor of Music (B.Mus.) Benachteiligung wegen des Geschlechts Der Arbeitgeber darf eine Arbeitskraft nie wegen ihres Geschlechts benachteiligen. Weder bei einer Vereinbarung noch bei einer Maßnahme, insbesondere nicht bei der Begründung des Arbeitsverhältnisses, beimberuflichen Aufstieg, bei einerWeisung oder einer Kündigung. Ausnahme: wenn die Tätigkeit selbst ein bestimmtes Geschlecht der Arbeitskraft erfordert. Berufsakademie Die Berufsakademie ist – durch die enge Verbindungmit ein oder mehreren Betrieben in der Nähe – eine stark praxisbezogene Ausbildungsstätte für Abiturienten. Die Stu- dierenden erarbeiten sich dort die Praxis im Betrieb und studieren die Theorie parallel dazu an der Berufsakademie; oft werden sie nach Studienabschluss (nach drei bis vier Jahren) auch übernommen. Die erste Berufsakademiewurde 1976 in Baden-Würt- temberg gegründet, inzwischen sind es über 60 in ganz Deutschland, meist mit Studien- gängen für Ingenieurberufe, Betriebswirte und Sozialpädagogen. In Baden-Württem- berg heißt die Berufsakademie neu Duale Hochschule (DHBW). Berufsberatung Ein Besuch beim Berufsberater kann dir weiterhelfen. Der Berufsberater: › klärt mit dir zusammen ab, wo deine Fähigkeiten und Neigungen liegen und welche Berufe dadurch in die engereWahl kommen (Gespräche/Eignungstests). Das alles ist natürlich absolut vertraulich. › gibt dir Unterlagen zu verschiedenen Berufen (Berufsprospekte, Berufsbeschrei- bungen etc.) und denWeiterbildungsmög- lichkeiten. › verfügt über einen computergestützten Überblick über ca. 80%aller Ausbildungs- plätze, d.h., er kann dir nach einem indivi- duellen Beratungsgespräch Adressen von Betriebenmit noch freien Ausbildungsplät- zen mitgeben. › vermittelt Firmenanschriften für Kurzprak- tika, wenn er sich von der Eignung des Bewerbers überzeugt hat. Für eine kurze Auskunft kannst du den Berufsberater einfach anrufen, für ein gründliches Beratungsgespräch musst du vorher einen Termin ausmachen. Berufsbeschreibungen Berufe können auf verschiedenste Weise beschrieben werden. Damit du sie gut ver- stehen und für dich nutzen kannst, sind sie im BERUFSKATALOG immer nach demsel- ben Raster aufgebaut. Beachte dazu bitte die Erklärungen Seite 26. Eine Berufsbe­ schreibung ist niemals vollständig und ewig gültig! Neue Arbeitsmittel (z.B. Computer) verändern laufend viele Berufstätigkeiten. Außerdem erlebt jeder Mensch seinen Beruf A Ausbildung Den richtigen Beruf – ein für allemal und fürs ganze Leben: Den gibt es nicht. DieMenschen verändern sich im Laufe der Zeit undmit ihnen ihre Lebensweise und auch ihre Berufe. Du wirst entdecken, dass du dich immer wieder weiterbilden, dich wieder für eine weitere Berufsrichtung entscheiden musst. Was du jedoch gelernt hast, ist eine solide Grundlage, auf der du weiter aufbauen kannst. Ausbildungsplatz Jeder Jugendliche fühlt sich in einer anderen Umgebung wohl. Da die Ausbildungmehrere Jahre dauert, solltest du dir einen Ausbil- dungsplatz suchen, der dir wirklich gefällt und an demdu dichmit denMitarbeitern ver- stehst. Je mehr Betriebsbesichtigungen und Berufserkundungen du machst, desto eher findest du einen passenden Praktikumsplatz und schließlich die richtige Ausbildungsstelle. Ausbildungsstellen-Nachweis Im Ausbildungsstellen-Nachweis sind aus- bildende Unternehmen mit noch offenen Ausbildungsplätzen zusammengefasst. Jede Berufsberatungsstelle hat diese Liste. Du kannst also für Auskunft über Kurzpraktika und Ausbildungsstellen beim Berufsberater nachfragen. Die Berufsberatung gibt dir Vermittlungsadressen, sobald diese von den Firmen eingetroffen sind: Banken, Versiche- rungen, Reisebüros sind erfahrungsgemäß meist früh dran (bis 1,5 Jahre vor Ausbil- dungsbeginn). Ausbildungsvertrag Im Ausbildungsvertrag wird Folgendes gere- gelt: Art und Dauer der Ausbildung, Lohn, Probezeit, Arbeitszeit, Urlaub, Unfall-/Kran- kenversicherung und was immer sonst noch einer Regelung bedarf. Bestimmungen und Gesetzesvorschriften für deinen Beruf kannst du im BIZ nachlesen. Ausbildungsvertragsabschluss Hast du dich definitiv für einen Beruf entschie- den und einen Ausbildungsbetrieb gefunden, schließt du (zusammenmit deinen Eltern) mit demAusbildungsbetrieb einen Ausbildungs- vertrag ab. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Ausbildungsvertrag muss der entspre- chenden Kammer (Handwerks-/Industrie- und Handels-/Ärztekammer usw.) vorgelegt und dort eingetragen werden. Du hast die Aus- bildungsstelle erst sicher, wenn der Ausbil- dungsvertrag unterschrieben ist. B Bachelor/Master Deutsche Studentinnen und Studenten kön- nen nach drei bis vier Jahren auch mit dem Bachelor und nach weiteren ein bis zwei Jahren mit dem Master abschließen. Diese Studienabschlüsse sind aus dem Ang- loamerikanischen übernommen. Man kann sie in Deutschland in der Regel an allen Uni- versitäten und Fachhochschulen erwerben. Ein großer Vorteil ist die internationale Anerkennung und Vergleichbarkeit dieser Universitätstitel Bachelor und Master. Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat in den Strukturvorgaben aus dem Jahr 2003 festge- legt, dass in Deutschland folgende Abschluss- bezeichnungen zu verwenden sind: anders. Die Aussagen unserer Gesprächs- partner und auch unser eigenes persönliches Berufsbild – das sich aus Gesprächen und Informationsmaterial ergibt – sind immer subjektiv, und das muss auch so sein. Über- zeuge dich darum immer selbst: Wer selbst schaut, sieht mehr! Berufsberater und -beraterinnen (siehe Seite 19) und die jeweiligen Berufsverbände ver- fügen zudem über ausführlichere Informa- tionsmittel zu ihren Berufen. Berufsgrundbildungsjahr In diesem Jahr werden verschiedene grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, und die Jugendlichen erhalten Einblick in ein bestimmtes, mehrere Berufe umfassendes Berufsfeld. Wenn man das Berufsgrundbildungsjahr erfolgreich abgeschlossen hat, wird das auf die weitere Berufsausbildung angerechnet. Hauptschüler ohne Abschluss können mit dem Berufsgrundbildungsjahr zugleich die- sen Abschluss nachholen. Berufsinformationszentrum (BIZ) Das BIZ in deiner Nähe bietet Informatio- nen zu allen Berufen, die dich interessie- ren könnten und noch viel mehr. Gehe im Internet auf www.arbeitsagentur.de, dann wähle »Schule, Ausbildung und Studium« und danach »Berufsinformationszentrum – BIZ«. Da findest du das am nächsten gelegene BIZ in deiner Region. Du kannst dich dort selbständig und ohne Termin orientieren. Ausbildungsberufe und Studienberufe werden in der Berufsberatung getrennt behandelt, da sie unterschiedliche Voraus- setzungen und Anforderungen haben. Berufssicherheit »Gibt es diesen Beruf in fünf Jahren noch?« »Werde ich in diesem Beruf auch genügend verdienen?« »Gibt es in diesem Beruf auch Aufstiegschancen?« usw. Es ist wichtig, dass du dir auch solche Fragen zur Berufssitua- tion stellst. Sie sollten bei der Berufswahl auch in die Waagschale geworfen werden. Dennoch wird ein gewisser Unsicherheits- faktor beim Berufsentscheid immer übrig bleiben, da die Berufswelt auch unvorher- sehbaren wirtschaftlichen Schwankungen unterworfen ist. Andrerseits hast du bei einer guten beruflichen Grundausbildung immer die Chance, ohne große Probleme in einen anderen Beruf überzuwechseln. Berufsverbände In einem Berufsverband organisieren sich verschiedene Unternehmen der gleichen Branche, z.B. Unternehmen der Autoin- dustrie, des grafischen Gewerbes oder Bau- unternehmen. Die Unternehmen desselben Verbandes (Verbandsmitglieder) bilden also Auszubildende in denselben Berufen aus. Die Verbandsverwaltung erstellt darum zen- tral Berufsdokumentationen für die Berufe ihrer Branche. Sie schickt sie dir gerne auf Anfrage zu und unterstützt dich auch beim Suchen eines Kurzpraktikums oder eines Ausbildungsplatzes. Du kannst die Ver- bandsadressen auch gerne von uns erhalten. Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) Das kannst du machen, wenn du noch kei- nen Ausbildungsplatz gefunden hast oder dich auch noch nicht für einen bestimmten Beruf entscheiden konntest. Es zählt nicht für die Berufsausbildung, aber du erfüllst damit die gesetzlich vorgeschriebene Berufs- schulpflicht. Besichtigungsspickzettel Planst du eine Besichtigung, ist es sinnvoll, dir vorher zu überlegen, was du alles wissen möchtest. Auf Seite 16 in diesemBERUFSKA- TALOG findest du einige Vorschläge für sinn- volle Fragen. Ergänze sie mit deinen eigenen. Betriebsbesichtigung Je früher du verschiedene Unternehmen anschaust und Berufsleuten zusiehst, desto besser ist dein Überblick, wenn du schließlich deinen Beruf auswählst. Wie du vorgehen kannst, zeigt dir unser ABC zur Lehrstellen- suche. Unser Tipp: Sei neugierig und besichtige auch Unternehmen, die Lehrlinge in Berufen ausbilden, die du noch nicht kennst! Wer weiß, was du alles entdecken wirst: Oft sind gerade solche Berufe sehr interessant und haben gute Zukunftsaussichten. D Deutscher und europäischer Quali- fikationsrahmen In den EU-Staaten sind nicht nur die Bil- dungssysteme verschieden. Auch die Anerkennung der Berufsabschlüsse wer- den unterschiedlich gewichtet. Aus diesem Grund hat die EU-Kommision einen acht- stufigen Qualifikationsrahmen aufgestellt, der auch auf das deutsche Bildungssystem übertragen wurde. Mit diesem Modell können die Berufsabschlüsse besser ver- glichen und bewertet werden. Anhand von Berufsbeispielen zeigen wir dir die Stufen der vergleichbaren Anerkennung: 1. Berufsausbildungsvorbereitung 2. Einstiegsqualifizierung, Berufsfachschule 3. 2-jährige Ausbildungsberufe 4. 3- und 3,5-jährige Ausbildungsberufe 5. z.B. IT-Spezialist/in, Servicetechniker/in 6. Meister/in, Fachwirt/in, Bachelor 7. Betriebswirt/in, Master 8. Promotion Doppelabschluss Betriebsassistent oder Meisterassistent im Handwerk und Betriebswirt: Hier leisten die Auszubildenden auf den Abschluss hinmehr als andere – sie lernen nicht »nur« den Beruf, sondern gehen von vornherein aufs Ganze (z.B. Friseurbetriebswirt, zusätzlich auf die Ausbildungszeit ein Jahr) – ohne Stufenab- schluss! Betriebsassistenten undMeisteras- sistenten im Handwerk haben nicht einmal ein weiteres Jahr: Im gleichen Zeitraum wie die anderen Lernenden schließen sie zusätzlich zum normalen Ausbildungsberuf gleichzeitig einen Teil der Meisterprüfung ab. Das ist nur mit hoher Motivation und bester Organisation möglich. Duale Berufsausbildung Die duale Berufsausbildung ist eine solide Ausgangslage mit guten Karrieremöglich- keiten. Sie ist ideal aufgebaut, weil sie zum einen aus praktischemund zumanderen aus theoretischem Lernen besteht. Drei oder vier Tage der Woche verbringen die Auszubil- denden im Betrieb, ein bis zwei Tage in der Berufsschule. Die duale Berufsausbildung ermöglicht jungen Menschen bereits nach zwei bis vier Jahren ein eigenständiges Leben mit optimalen Zukunftschancen.

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