Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

20 Informationen und Alternativen Aussage Merke Unser Vorschlag »Ich war mit meinem Vater oft auf dem Boot in einem Yachthafen. Dort habe ich einen Bootbesitzer kennengelernt, der den Ausbau seines Bootes selbst vornahm. Dadurch kam ich auf die Idee, Boots- bauer zu lernen.« Sich ins Unbekannte vorwagen und »verführen« lassen. Vereinbare zusammen mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler eine Betriebsbesichtigung zu Berufen, die ihr kaum kennt, euch aber irgendwie interessieren. »Ich hatte das Gymnasium abgebrochen und wollte dann Zwei- radmechatronikerin werden, fand aber keinen Ausbildungsplatz. Auf Maurerin bin ich gekommen, als ich mich über andere Berufe informierte, um eine Alternative zu finden. Es gefällt mir: Man kommt abends nach Hause und weiß, man hat etwas geleistet.« Alternativen suchen. Schau im BERUFSKATALOG unter »Berufe von A–Z« die verwandten Berufe zu deinem Traumberuf nach. »Mein Traumberuf war Grafikdesignerin, doch fand ich die Ausbil- dung recht lang. Darum habe ich in verschiedenen Berufen geschnup- pert: Floristin, Konditorin, Textil- und Modeschneiderin. Floristin hat mir am besten gefallen, weil die Arbeit sehr kreativ ist und ich täglich mit Kunden und Kundinnen Kontakt habe.« Offen sein für andere Tätigkeiten. Lies zehn Beschreibungen von dir unbekannten Berufen im BERUFSKATALOG. »Meine Favoriten waren die Berufe Bauzeichner und Informations- elektroniker. Mein Vater machte mich dann auf den Beruf Augen- optiker aufmerksam: Es war die beste Entscheidung! Mein Beruf hat mit Mode, Handwerk, Kundinnen und Kunden zu tun; das gefällt mir.« Auch Eltern und Bekannte nach Alternativen fragen. Frage deine Verwandten und Bekannten, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind. Ich bekomme nur Absagen! Warum? Für lediglich 15–20 der rund 330 anerkannten Ausbildungsberufe herrscht jedes Jahr Ausverkauf, denn über 50% der Jugendlichen, die einen Beruf erlernen möchten, stürzen sich auf diese sehr bekannten Berufe. Klar, dass darum nie für jeden ein Ausbildungsplatz vorhanden ist! Heute werden zudem oft gerade für diese Berufe weniger Ausbildungsstellen angeboten, da z. B. durch neue Arbeitsmittel weniger Berufsleute notwendig sind. Manchmal passt man nicht zum Ausbildungsbetrieb oder umgekehrt, manchmal stehen feste Erwartungen im Wege. Absagen sind also unvermeidbar. Was kann ich tun? Nicht aufgeben! Wie viele der rund 330 Ausbildungsberufe kennst du? Wie viele hast du dir angeschaut? Bist du sicher, dass keine anderen Berufe deinen Interessen und Fähigkeiten entsprechen und dir gefallen würden? Im BERUFSKATALOG findest du zahlreiche Berufe, die du vermutlich kaum oder gar nicht kennst. Schau dir einige davon an: »Nicht bekannt« heißt nicht »weniger spannend, weniger Möglichkeiten, weniger Lohn und weniger Berufssicherheit …« – im Gegenteil! Doch beachte, wie das Studium setzt auch eine Berufsausbildung bestimmte Schulleistungen voraus. Keinen Ausbildungsplatz wegen ungenügender Schulleistungen? Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Übergangslösung vor dem Schritt in die Arbeits- welt sinnvoll sein kann. Während dieser Zeit kannst du z. B. fehlende Vorbildung für die gewünschte Ausbildung aufholen oder dir in einem bestimmten Gebiet bereits praktische Fertigkeiten aneignen. So erhältst du die nötige Ausbildungsreife, um später gut gerüstet mit der Ausbildung beginnen zu können. Es bestehen verschiedenste Übergangsangebote: Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundbildungsjahr, 10. Schuljahr, Werkschule, Berufsprakti- kum, Sprachaufenthalt, Bundesfreiwilligendienst und vieles mehr. Beachte unbedingt unsere rosa Seiten hinten im Katalog, auch da findest du Zwischenlösungen!

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