Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 195 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de 3% 97% Stuckateur/in ‹mischen, auftragen, glattziehen, isolieren, modellieren, verputzen › Betrachtet man die Wände in älteren Gebäuden, entdeckt man schöne Stuck- aturen: Verzierungen aus Gips, größ- tenteils von Hand modelliert. Früher wurden Häuserfassaden, Decken und Innenräume vor allem mit einer Gips- masse verputzt – daher auch der ehe- malige Berufsname »Gipser«. Der Stuck- ateur und die Stuckateurin von heute verarbeiten Materialien, die nur noch zum Teil Gips enthalten.  Verputz ist notwendig: Die rohen Mauer- und Betonwände werden da- durch geschützt und gleichzeitig verschö- nert. Die Stuckateure tragen den heute oft farbigen Putz auf und geben ihm die gewünschte Struktur. Sie erstellen auch nicht-tragende Zwischenwände (Gips- platten/Metallprofile) und konstruieren tiefer gehängte Decken. Auch Schall- undWärme-Isolationen führen sie durch.  Attraktive und kostengünstige Mög- lichkeiten einer Bauten-Verschönerung ergeben sich heute durch eine neuar- tige Computer-Schablonen-Technologie. Eine spezielle Aufgabe ist die Herstellung von Architektur- und Geländemodellen.  Stuckateurinnen restaurieren auch Denkmäler oder alte Bauten – eine viel- seitige, anspruchsvolle Arbeit! Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; in der Berufsberatung und in Betrie- ben nachfragen. Ausbildungsdauer 3 Jahre duale Ausbildung, einer- seits im Betrieb, andererseits in der Berufsschule. Man kann die Ausbildung auch in zwei Stufen machen: in den ersten 2 Jahren zum Ausbaufacharbeiter (Grund- bildung), danach 1 Jahr zum Stuck- ateur (Vertiefungsausbildung). Sonnenseite Die Verbindung von Schutz und Schönheit ist eine faszinierende Kombination. Man sieht amAbend eines Arbeitstages förmlich, was man geleistet hat. Schattenseite Die Arbeit in Rohbauten kann je nach Witterung hart und anstren- gend sein. Denn im Winter gibt es in unfertigen Gebäuden keine Hei- zung, auch kann es unangenehm um alle Ecken ziehen. Vorurteil »Als Handwerk ganz nett – aber schmutzig wird man doch!« Realität Handwerkliche Arbeit hinterlässt halt immer Spuren. Da könnte man doch auch stolz darauf sein! Was, wozu? Damit wertvolle Energie und Heiz­ kosten gespart werden können, bringt der Stuckateur an den Auß- enwänden eines Neubaus Isolati- onsmaterial an. Damit hohe Räume niedriger wir- ken und dadurch gemütlicher wer- den, konstruiert die Stuckateurin mit Metallprofilen und Gipskar- tonplatten eine zweite, herabge- hängte Decke. Damit der Verputz auch hält und ansprechend aussieht, trägt der Stuckateur zunächst den Grund- putz und danach den Deckputz auf. Damit auch moderne Bauten mit Stuckverzierungen ausgestattet werden können, fertigt die Stuck- ateurin in ihrer Werkstatt beispiels- weise Stuckstäbe, die sie dann an Wänden und Decken anbringen kann. Damit große Flächen relativ schnell mit dem Putz überzogen werden können, setzt der Stuckateur eine spezielle Putzmaschine ein, die den Mörtel auf die Wände spritzt; danach muss er ihn nur noch glatt ziehen. Entwicklungsmöglichkeiten Master of Engineering, Unternehmer/in Meister/in, Techniker/in, Bachelor of Engineering Polier/in, Vorarbeiter/in, Werkpolier/in Stuckateur/in Exakte Arbeitsweise Flair für Gestaltung Freude am Arbeiten im Freien Flexibilität Gutes Augenmaß Guter Farben- und Formensinn Handwerkliche Geschicklichkeit Räumliches Vorstellungsvermögen Teamfähigkeit Widerstandsfähige Konstitution und körperliche Beweglichkeit

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