Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 191 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de 50% 50% Steinmetz/in und Steinbildhauer/in ‹ sandstrahlen, zuschneiden, punktieren, zeichnen, abspitzen, meißeln › Ältere Häuser sind oft aus Naturstei- nen erbaut. Witterung und Umwelt- verschmutzung greifen sie an.  Die Steinmetze und Steinbildhauer stellen beschädigte Natursteine und Bauteile wieder instand. Sie reparieren kleine Schadstellen, meißeln angegrif- fene Sandsteinoberflächen gegebenen- falls umMillimeter zurück. Stark beschä- digte Bauteile müssen sie neu erstellen. Dazu skizzieren sie das Bauteil, messen es genau aus, erstellen eine exakte Werk- zeichnung, fräsen die Steine auf die rich- tige Größe und bearbeiten sie. Manch- mal fertigen sie auch erst Modelle aus Gips oder Ton. Sie legen zudemBrunnen, Treppen und Hallen mit verschiedenen Natursteinen aus oder verkleiden Neu- bauten mit Steinplatten. DenMeißel, ihr wichtigstes Handwerkszeug, schmieden sich die Steinmetzinnen und Steinbild- hauerinnen selbst und feilen und härten ihn regelmäßig.  Die Fachrichtung Steinmetzarbeiten ist eher technisch, Steinbildhauerarbeiten eher künstlerisch geprägt. Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; in der Berufsberatung und in Betrie- ben nachfragen. Ausbildungsdauer 3 Jahre (Handwerk): duale Ausbil- dung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Kein Auftrag ist wie der andere. Der Steinmetz und Steinbildhauer ist immer wieder an einem andern Ort tätig. Er arbeitet einmal im Freien, einmal in der Werkstatt oder einem sonstigen Innenraum. Schattenseite Das Bearbeiten von Natursteinen verursacht Staub: Der Steinmetz und Steinbildhauer ist ihm ausge- setzt. Die Arbeit im Freien kann bei schlechter Witterung unange- nehm sein. Vorurteil »Der Steinmetz und Steinbildhauer muss früher oder später mit einem Rückenleiden rechnen, weil er so schwere Steine herumtragenmuss.« Realität Der Steinmetz und Steinbildhauer verfügt über moderne Maschinen und Hilfsgeräte, die ihmdas Tragen der Steine abnehmen. Er muss aber für die Arbeit im Freien gesund und kräftig sein. Was, wozu? Damit die Verwitterung von Natur- steinfassaden verzögert werden kann, reinigt und behandelt die Steinmetzin und Steinbildhauerin die Oberfläche mit den dazu geeig- neten Mitteln. Damit die Maße eines großen Bau­ teils aus Naturstein exakt stimmen, programmiert der Steinmetz und der Steinbildhauer die Maschinen so, dass die betroffenen Stellen gleichmäßig abgetragen werden. Damit bei kleinen Beschädigungen an Fassaden nicht ganze Steine ausgewechselt werden müssen, modelliert die Steinmetzin und Steinbildhauerinmit Kelle und Spa­ chtel Steinersatz-Mörtel auf und bearbeitet ihn so, dass die Stelle wieder wie neu aussieht. Damit der Steinmetz und Stein- bildhauer einen einzelnen, sehr beschädigten Stein auswechseln kann, stellt er zuerst in der Werk- statt ein Ersatzstück her, spitzt dann den beschädigten Stein weg und fügt den neuen ein. Damit Verstorbene würdevoll bestattet werden, meißelt die Steinmetzin und Steinbildhauerin nach den Angaben der Verwand- ten einen Stein mit entsprechender Inschrift. Entwicklungsmöglichkeiten Staatl. geprüfte/r Steintechniker/in, Staatl. geprüfte/r Gestalter/in Fachrichtung Stein Steinmetzmeister/in, Steinbildhauermeister/in, Techn. Betriebswirt/in Polier/in Vorarbeiter/in Steinmetz/in und Steinbildhauer/in Ausdauer Beobachtungsgabe Exakte Arbeitsweise Gesunde Atemorgane Handgeschicklichkeit Kreativität Räumliches Vorstellungsvermögen Teamfähigkeit Technisches Verständnis Widerstandsfähige Konstitution

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