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Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 182 keine Angaben keine Angaben Rechtspfleger/in ‹ erteilen, ausstellen, erlassen, eintreiben, entscheiden, durchführen › Im Leben kann es oft vorkommen, dass man die Dienste einer Rechtspflegerin oder eines Rechtspflegers benötigt: für den Eintrag ins Grundbuch beim Erwerb eines Grundstücks; wenn ein Verwand- ter stirbt und man als Erbe eingesetzt ist; für die Zwangsversteigerung von Grundstücken, wenn Schulden nicht mehr bezahlt werden können; oder auch in vormundschaftlichen Fragen.  In all diesen und vielen anderen Situ- ationen entscheiden Rechtspflegerin- nen gemäß den gesetzlichen Grundla- gen und setzen als selbständiges Organ der Rechtspflege Entscheidungen um. In ihrem Alltag haben sie also mit Men- schen zu tun, die sich in einer (vielleicht schwierigen) Rechtssituation befinden und die auf ihre Fachkompetenz und ihren Einsatz angewiesen sind.  Rechtspflegerinnen brauchen deshalb nicht nur logisch-analytische Denkfä- higkeiten, um die vielen Gesetze und ihre Anwendungen zu handhaben, son- dern auch ein ausgeprägtes soziales Verständnis. In einem großen Teil ihres Aufgabenbereichs sind sie bei ihren Ent- scheidungen allein dem Gesetz unter- worfen und nicht an Weisungen gebun- den. Damit unterscheiden sie sich von allen anderen Beamten der gehobenen Laufbahn, die immer einem Vorgesetz- ten verpflichtet sind.  Rechtspflegerinnen arbeiten haupt- sächlich bei Gerichten, Staatsanwalt- schaften und Justizverwaltungen. In der Justizverwaltung können sie auch Füh- rungsaufgaben übernehmen. Zutritt Fachhochschulreife, eine andere Hochschulreife oder ein als gleich- wertig anerkannter Bildungsstand, deutsche Staatsangehörigkeit, Einhaltung der Altersgrenzen, volle gesundheitliche Eignung, keine Vorstrafen oder Schulden, Teilnahme an einem besonderen Auswahlverfahren. Ausbildungsdauer 3 Jahre: Fachhochschule für Öffent­ licheVerwaltung(undRechtspflege). Abschluss durch sogenannte Lauf- bahnprüfung. Fachtheoretische und berufspraktische Ausbildungsab- schnitte wechseln sich ab. Sonnenseite Vielfältige Aufgaben, anspruchs- volle Tätigkeit. Schattenseite Arbeiten teils unter Termindruck; teils komplizierte Rechtslagen mit viel Aktenstudium. Vorurteil »Immer nur trockene Paragraphen!« Realität Das stimmt, aber nur zumTeil! Denn die »trockenen Paragraphen« die- nen den betroffenen Menschen, und mit diesen Menschen hat der Rechtspfleger ja auch zu tun. Was, wozu? Damit ein Eigentümer einen Nach- weisdafürhat,dassereineHypothek auf seinem Grundstück abgezahlt hat, verzeichnet die Rechtspflegerin diese Tatsache im Grundbuchamt. Damit ein Verein den Nachweis erhält, dass er öffentlich als Ein- getragener Verein (e.V.) registriert ist – und dadurch gewisse steuerli- che Vorteile genießt –, trägt ihn der Rechtspfleger in das entsprechende Register ein. Damit die gesetzlichen Erben für den Nachlass eines Verstorbe- nen gefunden werden, führt die Rechtspflegerin ein Nachlassver- fahren durch. Damit die Gläubiger eines bank- rott gegangenen Geschäftsman- nes wenigstens noch einen Teil ihres Geldes erhalten, führt der Rechtspfleger Zwangsvollstre­ ckungsmaßnahmen gegen den Schuldner durch. Entwicklungsmöglichkeiten Oberamtsrat/-rätin Justizamtsrat/-rätin Justizamtmann/-frau Justizoberinspektor/in Justizinspektor/in Justizinspektor/in zur Anstellung Rechtspfleger/in Ausdauer, Belastbarkeit Führungsgeschick Gute Ausdrucksfähigkeit Gute Fähigkeit zur Zusammenarbeit Gute Konzentrationsfähigkeit Klares, logisches Denken und Gründlichkeit Selbständigkeit, Entscheidungsfähigkeit Sicheres, gewandtes Auftreten Verantwortungsbewusstsein Verschwiegenheit

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