Berufskatalog 2023 des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 170 81% 19% Pferdewirt/in ‹  füttern, zäumen, satteln, longieren, reiten, ausmisten, bürsten › Pferde sind anmutige Tiere. Ihre Haltung ist jedoch ziemlich aufwendig, denn jedes Tier braucht einen Stallplatz, Aufmerksamkeit, Futter, Auslauf und Pflege. Die Pferdewirtin und der Pferdewirt sorgen für das tägliche Wohl der Pferde, in einem Reitsportzentrum oder Handelsstall. Das Pferd muss Zutrauen zu seiner Betreuungsperson gewinnen: Beim Hufschmied helfen die Pferdewirte die Pferde beschlagen. Kranke und verletzte Tiere pflegen sie ganz besonders. Die Pferdewirtinnen betreuen selbständig 6–10 Pferde, füttern, tränken, striegeln und satteln sie, misten ihre Boxen aus und bewegen sie täglich in verschiedenen Gangarten, was ihre Besitzer wegen anderen Verpflichtungen oft nicht selber übernehmen können. Auf derenWunsch bringen die Betreuer den Pferden oft noch etwas bei, so wie zum Beispiel die Arbeit an der Longe. Oder sie versuchen, ihnen das Scheuen vor Hunden oder Lastwagen abzugewöhnen. Auch Saubermachen und Instandhalten gehören zu diesem Beruf: Pferdestall, Reithalle, Springplatz, alles muss in Ordnung sein. Wer täglichmit Pferden arbeitet, achtet auf alle Anzeichen, die signalisieren würden, dass etwas mit dem Tier nicht stimmt. So können VerZutritt Nach abgeschlossener Hauptschule oder Berufslehre. Wünschenswert ist praktische Erfahrung in landwirtschaftlicher Arbeit. Ausbildungsdauer 3 Jahre (Landwirtschaft): duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule. Sonnenseite Die Arbeit der Pferdewirtin ist abwechslungsreich und verantwortungsvoll. Sie arbeitet selbständig, kann also ihre Aufgaben mehr oder weniger frei einteilen. Viele Arbeiten der Pferdewirtin werden im Freien ausgeführt. Schattenseite Die Arbeit der Pferdewirtin beginnt sehr früh am Morgen und endet meist erst spät abends. Dadurch ist nicht nur die Freizeit relativ eingeschränkt, sondern auch die körperliche Beanspruchung groß. Vorurteil »Pferdewirtin ist ein schöner, fürsorglicher Beruf. Man arbeitet mit Tieren zusammen und sorgt für ihr Wohlbefinden. Tiere sind dankbar und können einen nicht enttäuschen.« Realität Es ist die tägliche Arbeit der Pferdewirtin, für Hygiene, Ordnung und Sauberkeit im und um den Stall herum zu sorgen. Es ist ein landwirtschaftlicher Beruf, der große Anforderungen an die körperliche Konstitution stellt. Was, wozu? Damit die Pferde sich wohl fühlen, mistet die Pferdewirtin ihre Boxen täglich aus, streut frisches Stroh und striegelt und bürstet die Tiere, bevor sie gesattelt und geritten werden. Damit der tägliche Auslauf des Pferdes gesichert ist, reitet die Pferdewirtin die Pferde, die von niemand anderem regelmäßig bewegt werden. Damit die Pferde gesund und kräftig sind und ihre Aufgaben erfüllen können, füttert und tränkt sie die Pferdewirtin individuell nach Größe, Rasse und Eigenschaften, denn jedes Pferd hat wieder andere Bedürfnisse. Damit sich kranke, verletzte oder besonders beanspruchte Pferde rasch erholen, versorgt sie die Pferdewirtin gemäß den Vorschriften des Tierarztes. Damit die Pferde immer wieder üben, was sie gelernt haben, führt sie die Pferdewirtin an einem langen Lederseil im Kreis herum (Longieren) und trainiert die verschiedenen Gangarten. Entwicklungsmöglichkeiten Pferdewirtschafter/in HS Gestütleiter/in, Trainer/in Berufsreitlehrer/in Jockey, Trabrennfahrer/in Stallmeister/in, Pferdewirtschaftsmeister/in Pferdewirt/in Ausgeglichenheit Einsatzfreude und Ausdauer Freude am Arbeiten im Freien Freude am Pflegen Freude am Reiten (Reitkenntnisse nicht Bedingung) Organisationstalent Selbstvertrauen, sicheres Auftreten Verantwortungsbewusstsein Vertrautheit im Umgang mit Pferden Widerstandsfähige Konstitution letzungen und Krankheiten wie zum Beispiel eine Kolik erkannt und schon im Ansatz abgewendet werden. Das ist umso wichtiger, weil das eine zu Lahmheit, das andere zum Tode führen kann. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt die Wahl einer Fachrichtung: »Pferdehaltung und Service«, »Pferdezucht«, »Klassische Reitausbildung«, »Pferderennen« und »Spezialreitweisen«.

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