Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 164 11% 89% Oberflächenbeschichter/in ‹ prüfen, berechnen, beschichten, legieren, kontrollieren, nachbehandeln › Überall kann man den »Glanz«, die Erfolgs-Spuren der Arbeit der Ober- flächenbeschichterin und des Oberflä- chenbeschichters entdecken: an Uhren, Modeschmuck, Mopeds, Einkaufskör- ben! Immer waren sie nämlich für den glänzenden Überzug der Metallteile ver- antwortlich.  Sie vergolden, versilbern und ver- chromen Oberflächen verschiedener Werkstücke aus Stahl, Messing oder Kunststoff. Dadurch wird ihre Quali- tät verbessert – weniger Rost, weniger Verschleiß – und sie werden auch ver- schönert.  Die Arbeit der Oberflächenbeschich- terin ist im Grunde wirklich überall zu sehen: an Fassaden- und Konstruktions- elementen, elektronischen Schaltun- gen, Sanitärarmaturen, Zerspanungs-, Schneid- und Umformungswerkzeugen und verzinkten Elementen in Autos, beim Korrosionsschutz, an Leiterplat- ten, Steckelementen in der Kaffeema- schine, Uhren, Schmuck, Brillengestellen, Gebrauchs- und Dekorgegenständen aller Art, ja sogar an Bauteilen für Luft- und Raumfahrttechnik.  Um den Prozess der Galvanisierung einzuleiten, legen die Oberflächenbe- schichter das Werkstück in bestimmte Galvanisierbäder (Wasser, Metallsalze, Chemikalien). Dann leiten sie Gleich- strom durch die Flüssigkeit: Durch den Strom wird die Flüssigkeit zersetzt und die metallischen Teile lagern sich auf dem Werkstück ab.  Die Oberflächenbeschichterin ist verantwortlich für die Bäder und die Behandlungszeit sowie für den gesam- ten Galvanisier-Prozess (z. T. halb- und vollautomatische Anlagen).  Anstelle der Bäder gibt es auch Vaku- umbeschichtungsanlagen und anstelle der Galvanotechnik kann auch ein anderes physikalisches, chemisches oder elektrisches Verfahren zum Ein- satz kommen, so etwa das Feuerverzin- ken. Neben Metallen und Halbmetallen werden auch immer mehr Kunststoffe galvanisiert. Wer weiß schon, dass der metallisch glänzende Brausekopf seiner Zutritt Mindestens Hauptschulabschluss; gute Kenntnisse in Mathematik und Chemie sind von Vorteil. In der Berufsberatung und in Betrie- ben nachfragen. Ausbildungsdauer 3 Jahre (Industrie + Handwerk): duale Ausbildung Betrieb/Berufs- schule. Sonnenseite Die Tätigkeit ist vielseitig: Jeder Werkstoff, jede Werkstückserie muss wieder anders behandelt werden. Schattenseite Die Arbeitsumgebung kann recht schmutzig werden und auch stark riechen. Vorurteil »Mit Chemikalien arbeiten ist ge- fährlich!« Realität Der Oberflächenbeschichter braucht für die Bäder auch ver- schiedene Chemikalien. Er kennt diese Stoffe und die Vorschriften des Chemikaliengesetzes genau und hält sich sorgfältig daran. Was, wozu? Damit elektronische Geräte gebaut werden können, stellt der Oberflä- chenbeschichter Leiterplatten her. Damit Zeltstangen jeder Witterung standhalten können, schützt sie die Oberflächenbeschichterin mit einem entsprechenden Überzug. Damit der metallische Überzug gut auf dem Werkstück hält, schleift, entfettet und reinigt es der Ober- flächenbeschichter sorgfältig. Damit die Oberflächenbeschichte- rin Stromstärke und Behandlungs- dauer für einWerkstück richtig ein- stellt, berechnet sie sie aufgrund der Oberfläche. Damit der Oberflächenbeschich- ter Stoffe, die sich während des Galvanisierens rasch abbauen, in der richtigen Dosierung nachgibt, untersucht er Lösungsproben im Labor auf ihre Zusammensetzung. Entwicklungsmöglichkeiten Galvanotechniker/in, Chemiker/in Galvanikermeister/in Vorarbeiter/in, Gruppenchef/in Spezialist/in für stromlose Galvanik, das Herstellen von Leiterplatten, Kunststoffveredlung usw. Oberflächenbeschichter/in Exakte Arbeitsweise Freude an körperlicher und handwerklicher Tätigkeit Handwerkliches Geschick Interesse für physikalische und chemische Vorgänge Keine Allergien Lernfreude Organisationstalent Selbständigkeit Teamfähigkeit Technisches Verständnis Dusche heute normalerweise aus Kunst- stoff besteht!  Die Vermeidung von Korrosionsschä- den spart viel Geld – in der Bundesrepub­ lik Deutschland um die 150 Milliarden Euro pro Jahr! Die Galvanotechnik nutzt die Rohstoffe unserer Erde sparsam, gezielt und verantwortungsbewusst dort, wo sie den größten Nutzen bringen.  Die Arbeitsmethoden in der Galvanik werden laufend weiterentwickelt und verfeinert. Der Oberflächenbeschichter muss sich mit diesen Neuerungen aus- einandersetzen und darf sich demnach laufend weiterbilden. Er ist ein gesuch- ter Fachmann und kann bei Eignung schon bald einmal Führungsaufgaben übernehmen.

RkJQdWJsaXNoZXIy NjUxMjQ0