Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 119 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de keine Angaben keine Angaben Jurist/in ‹ beraten, ermitteln, verhören, anklagen, klären, verteidigen, aufsetzen › Schon ein Streit unter Kollegen kann schwierig sein, denn jeder erlebt die Pro- blemsituation anders. Wer hat aber letzt- lich recht? Das Recht regelt bestimmte menschliche Handlungen imöffentlichen und privaten Bereich (Öffentliches bzw. Privatrecht). Auf dieser Basis können spezifische Interessenkonflikte gelöst werden.  Juristinnen sind verpflichtet, Bürger und Bürgerinnen über Rechtsvorschrif- ten zu beraten, dabei den Rechtsstaat zu gewährleisten und immer auch Beweise zu sichern. Die Rechtsberatung der Bür- ger ist seit 1. Juli 2008 eingeschränkt und dem europäischen Niveau ange- passt worden.  Juristen und Juristinnen kennen Rechtsparagraphen und -bestimmun- gen und sind vertraut mit ihrem Inhalt und ihrer Anwendung. Das Studium gilt als breit gefächerte Grundausbildung, die später ganz verschiedene beruf­liche Tätigkeiten ermöglicht. Juristen speziali- sieren sich erst relativ spät, im Laufe ihrer praktischen Arbeit auf einen bestimm- ten Fachbereich, so etwa auf Richteramt oder Staatsanwaltschaft, Notariat oder Verwaltung, Wirtschaft oder eine eigene Rechtskanzlei. Zutritt Hochschulreife. Für eine spätere Stellenbewerbung als Anwalt, Staatsanwalt oder Richter gelten hohe Anforderungen: gutes erstes und zweites Staatsexamen zwin- gend erforderlich. Dazu erwarten Anwaltskanzleien undWirtschafts- unternehmen oft Zusatzqualifika- tionen wie etwa Auslandspraktika, Master of Laws LL. M. oder Fremd- sprachenkenntnisse. Ausbildungsdauer 8 Semester: Studium (Abschuss erstes Staatsexamen) + 2 Jahre Referendariat (Abschluss: zweites Staatsexamen). Es gibt auch Studi- engängemit Abschluss als Bachelor und Master. Sonnenseite Vielfältige, interessante Berufs- möglichkeiten nach dem Motto »Studiere Jura, dann kannst du alles machen!« Unterschiedliche Aufgaben, je nach Tätigkeitsbe- reich – immer jedoch arbeitet der Jurist selbständig. Schattenseite Manchmal gibt es menschlich belas­ tende Situationen, z. B. in Straf­ verfahren. Zudem ist der Wettbe- werb auf dem Anwaltsmarkt sehr hoch. Vorurteil »Juristen sind doch alle Rechtsver- dreher!« Realität Juristen erwecken in der Tat manch- mal diesen Eindruck. Sachverhalte zu einem Rechtsproblem können oft verschieden interpretiert wer- den: Jeder Jurist begründet natür- lich seine Sichtweise so überzeu- gend wie möglich – jedoch immer innerhalb des Rechtswesens. Nie- mals wird er das Recht missachten. Was, wozu? Damit Straffälle gerichtlich behan­ delt werden können, stellt die Untersuchungsrichterin das ent­ sprechende Beweismaterial zusa- mmen: Dazu verhört sie z.B. Ang- eklagte und Zeugen oder holt Gutachten ein. Damit die Erbfolge eines Unterneh- mers wunschgemäß geregelt wird, setzt der Notar oder Anwalt das Testament entsprechend den Vor- stellungen des Klienten und den gesetzlichen Bestimmungen auf. Damit die Rechtsanwältin die Schei- dung ihrer Mandantin einleiten kann, nimmt sie ihre Klagen auf, spricht auch mit dem Ehemann und erarbeitet Lösungsvorschläge, zumBeispiel für eine Unterhaltsver­ einbarung. Damit der Rechtsanwalt seinen Klienten vor Gericht überzeugend vertreten kann, bespricht er den Tatbestand mehrmals eingehend mit ihm und liest wenn möglich die Untersuchungsakten, um so der Wahrheit möglichst genau auf den Grund zu gehen. Damit die gesetzlichen Bestim- mungen den in Wirklichkeit vorhandenen Gegebenheiten und Wertvorstellungen wieder neu angepasst werden, erarbeitet die Verwaltungsjuristin entsprechende Änderungen (z.B. neues Eherecht). Entwicklungsmöglichkeiten Professor/in an einer Hochschule (Lehr- und Forschungstätigkeit), selbständige/r Unternehmer/in (Anwaltskanzlei) Justizbeamter/-in (Gericht), Verwaltungsbeamter/-in des höheren nichttechnischen Dienstes (Dienststellenleitung, Referatsleitung) Jurist/in Dr. iur. (Dissertation), Richter/in, Staatsanwalt/-anwältin, Rechtsanwalt/-anwältin (Anwaltspatent), Notar/in, Master of Laws (LL.M) Jurist/in mit Nachdiplomstudium (im In- und Ausland) Fachanwalt/-anwältin (verschiedene Fachgebiete: z. B. Verkehr, Arbeit, Medizin, Strafrecht); Rhetoriktrainer/in; Wirtschaftsjurist/in (z.B. Beratung im internationalen Immobiliengeschäft) Jurist/in als hoch qualifizierter Sachbearbeiter/in in Versicherungen und Banken Angenehme Stimme, gepflegtes Äußeres Aufgeschlossenheit Belastbarkeit und Geduld Differenzierte, gewandte Ausdrucksweise­ Einfühlungsvermögen Entscheidungsfähigkeit Freude am Kontakt mit Menschen Logisches und abstraktes Denkvermögen Rasche Auffassungsgabe Verhandlungsgeschick  Wirtschaftsjuristinnen arbeiten in der Industrie, im Handel, bei Banken oder Versicherungen. Sei sind beispielsweise zuständig für die Klärung der rechtli- chen Grundlagen, wenn ein Unterneh- men mit einem ausländischen Geschäft eine partnerschaftliche Zusammenarbeit eingehen will. Sie sind dabei an den Verhandlungen beteiligt und formulieren den Vertrag.  Juristenberufe sind anspruchsvoll. Zu den Standard-Anforderungen gehören analytische und konzeptionelle Fähig- keiten, gesellschaftliches Engagement, unternehmerisches Denken und souve- ränes Auftreten.

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