Berufskatalog 2023 des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 104 keine Angaben keine Angaben Heilerziehungspfleger/in ‹  helfen, organisieren, fördern, trösten, spielen, ermutigen, pflegen › Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen sind sozialpädagogische Fachkräfte mit pflegerischer Zuständigkeit in der Behindertenhilfe. Sie leisten professionelle Unterstützung an Menschen mit geistigen, seelischen oder körperlichen Behinderungen, fördern und bilden sie so weit wie Zutritt Generell werden mindestens der Realschulabschluss und ein Jahr Vorpraktikum verlangt. Ansonsten gelten für die Aus- oder Weiterbildung, je nach Vorbildung und Bundesland, in den Bestimmungen zum Teil große Unterschiede. Am besten vor Ort anfragen, je nachdem sogar mit Hauptschulabschluss möglich. Ausbildungsdauer Die Aus- bzw. Weiterbildung dauert 2 – 4,5 Jahre, je nachdem, ob sie in Voll- oder Teilzeit, mit oder ohne Zusatzqualifikationen absolviert wird. Die Regelungen der einzelnen Bundesländer variieren stark, genauere Informationen können beim »Berufsverband für Heilerziehungspflege« erfragt werden. Sonnenseite In der Gestaltung des Alltags mit unterstützungsbedürftigen Menschen wird der Kreativität viel Spielraum gelassen: Basteln, Malen, Spielen, Lachen, Musik, Ausflüge – alles, was Freude macht und Anregungen bietet, wird gerne unternommen. Schattenseite Die persönlichen Probleme und Ängste körperlich oder geistig beeinträchtigter Menschen können belasten. Einsatz und Verantwortung sind groß. Die Arbeitszeit ist oft unregelmäßig, mit Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst. Vorurteil »Viel schuften, viel Verantwortung tragen und das alles für wenig Geld.« Realität Die Bezahlung im Öffentlichen Dienst richtet sich nach den Tarifverträgen, varriiert aber je nach Einrichtung. Dass man gleich nach Ausbildungsabschluss vorerst weniger verdient, ist normal. Die wöchentliche Arbeitszeit ist geregelt. Was, wozu? Damit körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen Freude an ihrem Körper bekommen und ihr Bewegungspotenzial besser gebrauchen oder ausschöpfen lernen, aktiviert und motiviert sie der Heilerziehungspfleger mit Spiel, Tanz, Rhythmik und Sport. Damit sie Menschen mit körperlichen oder geistigen Behinderungen nicht überfordert, lässt sich die Heilerziehungspflegerin vom Krankengymnasten fachlich zu den Bewegungsmöglichkeiten der zu behandelnden Person anleiten und hält sich konsequent daran. Damit der Heilerziehungspfleger nicht unbewusste Gefühle auf die zu betreuenden Menschen überträgt und abreagiert, ist er sich seiner eigenen Reaktionsweise bewusst, prüft sie immer wieder kritisch und lässt sich ggf. von seinen Teamkollegen beraten. Damit die Unterstützung gut auf das Bedürfnis der betreuten Person abgestimmt ist, bespricht die Heilerziehungspflegerin ihre Aktivitäten mit ihr. Damit die körperlich behinderte Person bei gewissen Bewegungsabläufen, die nicht klappen wollen, nicht gleich resigniert, ermuntert der Heilerziehungspfleger sie und fordert sie auf, es noch einmal zu versuchen. Entwicklungsmöglichkeiten Heimleiter/in, Bereichsleiter/in Abteilungsleiter/in, Praxisanleiter/in, Erziehungsleiter/in Gruppenleiter/in, Heilpädagoge/-gogin, Betriebswirt/in Sozialwesen Heilerziehungspfleger/in Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit Behinderung Bereitschaft zur Kommunikation Bereitschaft zur Teamarbeit Geduld Offenheit für menschliche Probleme Organisationstalent Physische und psychische Belastbarkeit Psychologisches Geschick im Umgang mit den zu Betreuenden Taktgefühl Verantwortungsbewusstsein möglich aus, beschäftigen und pflegen sie. Sie sind spezialisiert in allen Arbeitsfeldern der Behindertenhilfe. Doch für jeden angehenden Heilerziehungspfleger stellt sich vor Ausbildungsantritt die Frage: Bereitet es mir Mühe, Unterstützungsbedürftige als vollwertige Menschen anzusehen? Kann ich es tagtäglich verkraften, mit diesen Menschen zusammen zu sein? Natürlich sind sie uns nicht in dem Sinne ebenbürtig, dass sie ein selbständiges Leben führen könnten. Sie sind für zahllose kleine Verrichtungen des täglichen Lebens auf Unterstützung angewiesen, Anteilnahme und Einfühlung sind in jedem Fall angebracht. Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen arbeiten hauptsächlich in Einrichtungen zur Betreuung und Eingliederung von unterstützungsbedürftigenMenschen, in Tagesstätten, Wohn- und Pflegeheimen sowie in Rehabilitationskliniken, sie sind aber auch in ambulanten oder sozialen Diensten anzutreffen.

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