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Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 104 keine Angaben keine Angaben Heilerziehungspfleger/in ‹ helfen, organisieren, fördern, trösten, spielen, ermutigen, pflegen › Heilerziehungspfleger und Heilerzie- hungspflegerinnen sind sozialpädago- gische Fachkräfte mit pflegerischer Zu- ständigkeit in der Behindertenhilfe.  Sie leisten professionelle Unterstüt- zung an Menschen mit geistigen, see- lischen oder körperlichen Behinderun- gen, fördern und bilden sie so weit wie Zutritt Generell werden mindestens der Realschulabschluss und ein Jahr Vorpraktikum verlangt. Ansonsten gelten für die Aus- oder Weiter- bildung, je nach Vorbildung und Bundesland, in den Bestimmun- gen zum Teil große Unterschiede. Am besten vor Ort anfragen, je nachdem sogar mit Hauptschul- abschluss möglich. Ausbildungsdauer Die Aus- bzw. Weiterbildung dau- ert 2 – 4,5 Jahre, je nachdem, ob sie in Voll- oder Teilzeit, mit oder ohne Zusatzqualifikationen absolviert wird. Die Regelungen der einzel- nen Bundesländer variieren stark, genauere Informationen können beim »Berufsverband für Heiler- ziehungspflege« erfragt werden. Sonnenseite In der Gestaltung des Alltags mit unterstützungsbedürftigen Men- schen wird der Kreativität viel Spielraum gelassen: Basteln, Ma- len, Spielen, Lachen, Musik, Aus- flüge – alles, was Freude macht und Anregungen bietet, wird ger- ne unternommen. Schattenseite Die persönlichen Probleme und Ängste körperlich oder geistig be- einträchtigter Menschen können belasten. Einsatz und Verantwor- tung sind groß. Die Arbeitszeit ist oft unregelmäßig, mit Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst. Vorurteil »Viel schuften, viel Verantwor- tung tragen und das alles für we- nig Geld.« Realität Die Bezahlung im Öffentlichen Dienst richtet sich nach den Tarif- verträgen, varriiert aber je nach Einrichtung. Dass man gleich nach Ausbildungsabschluss vorerst we- niger verdient, ist normal. Die wö- chentliche Arbeitszeit ist geregelt. Was, wozu? Damit körperlich oder geistig be- einträchtigte Menschen Freude an ihrem Körper bekommen und ihr Bewegungspotenzial besser ge- brauchen oder ausschöpfen ler- nen, aktiviert und motiviert sie der Heilerziehungspfleger mit Spiel, Tanz, Rhythmik und Sport. Damit sie Menschen mit körper- lichen oder geistigen Behinderun- gen nicht überfordert, lässt sich die Heilerziehungspflegerin vom Krankengymnasten fachlich zu den Bewegungsmöglichkeiten der zu behandelnden Person anleiten und hält sich konsequent daran. Damit der Heilerziehungspfleger nicht unbewusste Gefühle auf die zu betreuenden Menschen über- trägt und abreagiert, ist er sich seiner eigenen Reaktionsweise be- wusst, prüft sie immer wieder kri- tisch und lässt sich ggf. von seinen Teamkollegen beraten. Damit die Unterstützung gut auf das Bedürfnis der betreuten Per- son abgestimmt ist, bespricht die Heilerziehungspflegerin ihre Akti- vitäten mit ihr. Damit die körperlich behinderte Person bei gewissen Bewegungs- abläufen, die nicht klappen wollen, nicht gleich resigniert, ermuntert der Heilerziehungspfleger sie und fordert sie auf, es noch einmal zu versuchen. Entwicklungsmöglichkeiten Heimleiter/in, Bereichsleiter/in Abteilungsleiter/in, Praxisanleiter/in, Erziehungsleiter/in Gruppenleiter/in, Heilpädagoge/-gogin, Betriebswirt/in Sozialwesen Heilerziehungspfleger/in Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit Behinderung Bereitschaft zur Kommunikation Bereitschaft zur Teamarbeit Geduld Offenheit für menschliche Probleme Organisationstalent Physische und psychische Belastbarkeit Psychologisches Geschick im Umgang mit den zu Betreuenden Taktgefühl Verantwortungsbewusstsein möglich aus, beschäftigen und pflegen sie. Sie sind spezialisiert in allen Arbeits- feldern der Behindertenhilfe.  Doch für jeden angehenden Heil- erziehungspfleger stellt sich vor Aus- bildungsantritt die Frage: Bereitet es mir Mühe, Unterstützungsbedürftige als vollwertige Menschen anzusehen? Kann ich es tagtäglich verkraften, mit diesen Menschen zusammen zu sein?  Natürlich sind sie uns nicht in dem Sin- ne ebenbürtig, dass sie ein selbständiges Leben führen könnten. Sie sind für zahl- lose kleine Verrichtungen des täglichen Lebens auf Unterstützung angewiesen, Anteilnahme und Einfühlung sind in je- dem Fall angebracht.  Heilerziehungspfleger und Heiler- ziehungspflegerinnen arbeiten haupt­ sächlich in Einrichtungen zur Betreuung und Eingliederung von unterstützungs- bedürftigenMenschen, in Tagesstätten, Wohn- und Pflegeheimen sowie in Re- habilitationskliniken, sie sind aber auch in ambulanten oder sozialen Diensten anzutreffen.

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