Berufskatalog -K- des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 103 Mehr Berufe und mehr Infos auf www.berufskunde.de keine Angaben keine Angaben Hebamme  * ‹ betreuen, beruhigen, begleiten, beraten, untersuchen, entbinden › Schwangerschaft, Geburt undWochen- bett sind zwar natürliche, aber nicht immer einfache Prozesse im Leben einer Frau.  Die Hebamme kann viel dazu beitra- gen, der werdenden Mutter die große Umstellung in ihremKörper (und Leben) zu erleichtern. Sie gibt ihr alle wichti- gen Informationen, von der Ernährung über Atem- und Entspannungsübungen bis hin zu gesetzlichen Auskünften. Sie veranlasst alle nötigen medizinischen Kontrollen und führt auch selber die nötigen Untersuchungen durch. Die ermittelten Daten trägt sie laufend in den Mutterpass ein und notiert darin nach der Geburt auch alle wichtigen Befunde (Größe, Länge, Gewicht des Babys, Medikamente usw.).  Hebammen begleiten die Geburt selbständig, sofern keine Komplikatio- nen auftreten. Sollte dies der Fall sein, holen sie sofort den Arzt. Auch nach der Geburt kümmern sie sich weiter um die Mutter und das Neugeborene.  *Die Bezeichnung »Hebamme« gilt für alle Berufsangehörigen. Zutritt Mindestens zwölfjährige allge- meine Schulausbildung (Abitur), abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf oder Fachhoch- schul- bzw. Hochschulreife. Je nach Hochschule internes Aus- wahlverfahren. Ausbildungsdauer 3–4 Jahre duales Bachelor-Studium mit staatlicher Abschlussprüfung. Sonnenseite Die Hebamme begleitet Frauen mit Rat und Tat monatelang durch die wichtige Phase der Schwanger- schaft: In den vielen Gesprächen kann sie eine enge Beziehung auf- bauen und viel Freude und Dank- barkeit ernten. Schattenseite Die frei praktizierende Hebamme muss rund um die Uhr einsatzbe- reit sein, als Angestellte arbeitet sie meist im Schichtdienst. Die Begeg- nungmit kranken und geschädigten Kindern, mit Frühgeborenen und mit dem Tod belasten. Vorurteil »Die Hebamme ist doch nur Assis­ tentin des Arztes.« Realität Nur bei Komplikationen ist die Heb- amme Assistentin des Arztes. Im Normalfall führt sie die Schwan- gerschafts- und Geburtsbetreuung selbständig in eigener Verantwor- tung durch. Was, wozu? Damit die angehende Mutter die Zeit der Schwangerschaft opti- mal gestalten kann, berät sie die Hebamme über Ernährung, Hygi- ene, allgemeine Lebensführung und informiert sie über das Mut- terschutzgesetz. Damit sich die Eltern möglichst gut auf die Geburt ihres Kindes vorbe- reiten können, erteilt die Hebamme Geburtsvorbereitungskurse. Damit der Verlauf der Schwanger- schaft sorgfältig dokumentiert ist, trägt die Hebamme die Ergebnisse ihrer Untersuchungen, z.B. über die Lage, Größe und Herztöne des Kin- des, in den Mutterpass ein. Damit die Gebärende möglichst zuversichtlich ist, bespricht die Hebamme alles genau mit ihr und begleitet sie entsprechend ihren Wünschen während der Geburt. Damit das Neugeborene gut ver- sorgt ist, wird es von der Hebamme sorgfältig untersucht undwarmein- gekleidet. Damit das Neugeborene keinen Hunger leidet, legt es die Hebamme der Mutter an die Brust. Damit das Neugeborene vor einer Augenkrankheit geschützt ist, tropft ihm die Hebamme sofort nach der Geburt eine Silbernitrat- lösung ins Auge. Entwicklungsmöglichkeiten Leitende Hebamme, Lehrer/in für Hebammenwesen, Mentor/in, Praxisanleiter/in Leiter/in einer Wochenstation oder eines Säuglingszimmers Hebamme  Einfühlungsvermögen, Takt Energie, Bestimmtheit Flexibilität Hygienebewusstsein Manuelle Geschicklichkeit Positive Ausstrahlung Schnelle Reaktionsfähigkeit Technisches Verständnis Verantwortungsbewusstsein Zuverlässigkeit

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