Berufskatalog 2023 des Berufskunde-Verlags

Anforderungsprofil vorteilhaft wichtig sehr wichtig 182 keine Angaben keine Angaben Rechtspfleger/in ‹  erteilen, ausstellen, erlassen, eintreiben, entscheiden, durchführen › Im Leben kann es oft vorkommen, dass man die Dienste einer Rechtspflegerin oder eines Rechtspflegers benötigt: für den Eintrag ins Grundbuch beim Erwerb eines Grundstücks; wenn ein Verwandter stirbt und man als Erbe eingesetzt ist; für die Zwangsversteigerung von Grundstücken, wenn Schulden nicht mehr bezahlt werden können; oder auch in vormundschaftlichen Fragen. In all diesen und vielen anderen Situationen entscheiden Rechtspflegerinnen gemäß den gesetzlichen Grundlagen und setzen als selbständiges Organ der Rechtspflege Entscheidungen um. In ihrem Alltag haben sie also mit Menschen zu tun, die sich in einer (vielleicht schwierigen) Rechtssituation befinden und die auf ihre Fachkompetenz und ihren Einsatz angewiesen sind. Rechtspflegerinnen brauchen deshalb nicht nur logisch-analytische Denkfähigkeiten, um die vielen Gesetze und ihre Anwendungen zu handhaben, sondern auch ein ausgeprägtes soziales Verständnis. In einem großen Teil ihres Aufgabenbereichs sind sie bei ihren Entscheidungen allein dem Gesetz unterworfen und nicht an Weisungen gebunden. Damit unterscheiden sie sich von allen anderen Beamten der gehobenen Laufbahn, die immer einem Vorgesetzten verpflichtet sind. Rechtspflegerinnen arbeiten hauptsächlich bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und Justizverwaltungen. In der Justizverwaltung können sie auch Führungsaufgaben übernehmen. Zutritt Fachhochschulreife, eine andere Hochschulreife oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsstand, deutsche Staatsangehörigkeit, Einhaltung der Altersgrenzen, volle gesundheitliche Eignung, keine Vorstrafen oder Schulden, Teilnahme an einem besonderen Auswahlverfahren. Ausbildungsdauer 3 Jahre: Fachhochschule für ÖffentlicheVerwaltung (undRechtspflege). Abschluss durch sogenannte Laufbahnprüfung. Fachtheoretische und berufspraktische Ausbildungsabschnitte wechseln sich ab. Sonnenseite Vielfältige Aufgaben, anspruchsvolle Tätigkeit. Schattenseite Arbeiten teils unter Termindruck; teils komplizierte Rechtslagen mit viel Aktenstudium. Vorurteil »Immer nur trockene Paragraphen!« Realität Das stimmt, aber nur zumTeil! Denn die »trockenen Paragraphen« dienen den betroffenen Menschen, und mit diesen Menschen hat der Rechtspfleger ja auch zu tun. Was, wozu? Damit ein Eigentümer einen Nachweis dafür hat, dass er eineHypothek auf seinem Grundstück abgezahlt hat, verzeichnet die Rechtspflegerin diese Tatsache im Grundbuchamt. Damit ein Verein den Nachweis erhält, dass er öffentlich als Eingetragener Verein (e.V.) registriert ist – und dadurch gewisse steuerliche Vorteile genießt –, trägt ihn der Rechtspfleger in das entsprechende Register ein. Damit die gesetzlichen Erben für den Nachlass eines Verstorbenen gefunden werden, führt die Rechtspflegerin ein Nachlassverfahren durch. Damit die Gläubiger eines bankrott gegangenen Geschäftsmannes wenigstens noch einen Teil ihres Geldes erhalten, führt der Rechtspfleger Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gegen den Schuldner durch. Entwicklungsmöglichkeiten Oberamtsrat/-rätin Justizamtsrat/-rätin Justizamtmann/-frau Justizoberinspektor/in Justizinspektor/in Justizinspektor/in zur Anstellung Rechtspfleger/in Ausdauer, Belastbarkeit Führungsgeschick Gute Ausdrucksfähigkeit Gute Fähigkeit zur Zusammenarbeit Gute Konzentrationsfähigkeit Klares, logisches Denken und Gründlichkeit Selbständigkeit, Entscheidungsfähigkeit Sicheres, gewandtes Auftreten Verantwortungsbewusstsein Verschwiegenheit

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